Der Chor

Der Europa Obertonchor ist ein internationaler Projektchor, der 2006 von Jan Staněk und Wolfgang Saus in Tschechien gegründet wurde. Von 2006 bis 2016 war Prof. Steffen Schreyer Dirigent und musikalischer Leiter des Chores. 2017 übernahm Ute Schäfer dieses Amt. 2019 haben wir Indra Tedjasukmana als Dirigenten. Wolfgang Saus ist Obertongesangs- und Chorklangcoach des Chores.

Experimentierfreudige, erfahrene Chorsängerinnen und -sänger aller Stimmlagen und Chorleiter, die ihr Stimm-Potential entwickeln wollen, sind zu unseren einmal jährlich stattfindenden Projektwochen herzlich eingeladen. Obertongesangserfahrung wird nicht vorausgesetzt.

„Obertöne sind in allen Klängen enthalten.
Sie sind die Basis der Musik und aller Sprachen der Welt.
Obertongesang macht unsere Gemeinsamkeiten hörbar.“

Der in Europa einzigartige Chor stellt die Obertöne in den Mittelpunkt der Stimm- und Chorklangarbeit. Über die Feinabstimmung von Vokalen und Intonation entstehen ganz neue Chorsounds. Wir führen Chorwerke auf, die speziell für Obertongesangstechnik geschrieben wurden, aber auch klassische Chorliteratur verschiedener Musikgattungen, zum Teil in kleiner Besetzung. Einige Werke wurden eigens für den EOC geschrieben und werden von uns uraufgeführt. Wir improvisieren und experimentieren, auch auf der Bühne.

Leitung 2019

Indra Tedjasukmana, Chordirigent, Arrangeur und Komponist.
Wolfgang Saus, international renommierter Obertonsänger, Klangforscher und Stimmcoach.

Ablauf einer Probenwoche

Am ersten Tag werden alle neuen Sänger von unseren Chorleitern angehört. So können sie sich ein genaues Bild von der Gruppe machen und Tipps zur Stimmentwicklung geben. Im Verlauf der Chorwoche ist es möglich, dass auch in kleinen Gruppen geprobt wird.
In der Regel sind vormittags und abends gemeinsame Chorproben, nachmittags Workshops rund um Stimme und Klangfarbe. In Kleingruppen werden Grundtechniken des Obertongesangs neu erlernt, verfeinert und angewendet.
Zur Tradition gehören auch nächtliche Jam Sessions, Ausflüge und Feiern.

Obertongesang im Chor

Immer wieder verblüfft dieser erstaunliche Effekt die Hörer, wenn plötzlich zwei Melodien aus einer Kehle kommen. Von diesen ungewöhnlichen Klängen geht ein unwiderstehlicher Zauber aus. Die den Obertönen eigenen naturreinen Intervalle wirken fast unwirklich, raum- und zeitlos, und schweben kristallklar und unortbar im Raum. Solche neuen Klänge faszinieren natürlich die Komponisten und regen zu neuartigen, bislang unerhörten Chorklangwerken an.

Neu ist es Obertöne zu notieren, so dass obertonversierte Chorsänger ganz konkret die gewünschten Obertöne in den Chorklang oder als Melodiestimme einbringen können. Das Potenzial dazu haben alle Chorsänger, denn Obertöne sind ein natürlicher Bestandteil jedes Stimmklangs. Ein Sington besteht aus einem Akkord von Teiltönen, die, wenn man sie einzeln hört, wie Pfeifftöne klingen. Unser Gehör nimmt die Obertöne in der Regel aber nicht wahr, sondern fasst sie zur Klangfarbe zusammen. Obertongesang macht sie hörbar.

Obertongesang wird im Chor vielfältig eingesetzt:

Klassische Chormusik
  • Extrem verfeinerte Intonation
  • Neue Ebene der Homogenität
  • Anderes Hören bei den Sängern (Hören in das Innere des Klangs)
  • Stimmbildung, verfeinerte Stimmfunktionen
Neue Chormusik
  • Obertonmelodien chorisch und solistisch
  • Obertonklangeffekte
  • Eine Neue Welt der komponierbaren Klangfarben
  • Klangfarben-Improvisation